Die Neue Frau in den goldenen Zwanzigern

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Der Ausdruck "Die neue Frau" beschreibt die schlagartige Veränderung der Frauenrolle in den sogenannten "Goldenen Zwanzigern" In dieser Zeit bekam die Frau eine völlig neue Rolle in der Gesellschaft. Doch profitierten alle Frauen von diesen Veränderungen?


Gesellschaftliche Veränderungen

Währenddessen Männer im Ersten Weltkrieg (1914-1918) an der Front für ihr Vaterland kämpften [1] und größtenteils dabei um ihr Leben kamen, mussten wirtschaftliche und industrielle Lücken gefüllt werden, was gezwungenermaßen die Frauen übernahmen. Dies machte den Frauen nicht sonderlich viel aus, da sie endlich die Chance hatten, sich zu zeigen und durch die neuen Arbeitsplätze mehr Selbstvertrauen erlangten. War man eine berufstätige Frau, arbeitete man meist in Fabriken, Läden oder Kontoren. Viele Frauen trennten sich von ihren Lebensgefährten, um unabhängig zu sein. Frauen bekamen uneheliche Kinder und schliefen mit Männern, ohne eine feste Bindung mit ihnen einzugehen. Dies empörte sehr viele und wirkte abstoßend auf die Menschen. Sie hatten zu dieser Zeit kein Wahlrecht und hatten nicht viele Rechte, sie waren ganz klar im Hintergrund.

Somit hatten sie das Gefühl, eine gleichwertige Position gegenüber Männern zu besitzen. Um diese zeit hatten auch Frauenbewegungen ihren Ursprung, die dafür kämpften diese "Hausfrauen" Rolle endlich abzuwerfen, sodass Frauen sich endlich unabhängiger fühlen konnten. Die Kunst zu dieser Zeit vermittelte auch endlich andere Werte. Zum Beispiel mit dem Bild "die elegante Frau", von 1927, das eine Sekretärin mit einer Zigarette zeigt. Diese war auch ein Symbol der neu gewonnenen Erotik der Frauen und schmeckte für viele nach Freiheit und Unabhängigkeit. Dies unterstützte auch Eric Weiz mit folgernder Aussage:"Die Befreiung der Frau von Bürgerlichen Normen als würden sie auf Häuslichkeit und Tradition aschen wollen." [2] Die Tatsache dass Frauen endlich in der Öffentlichkeit rauchen konnten, war ein großer Fortschritt für diese. Sie konnten sich auch, was Mode betrifft, freier ausdrücken und legten mehr Wert auf ihr Äußeres. Die Mode von Frauen prägten vor allem Paillettenkleider, Federboa, lange Perlenketten und Glockenhütte.



Befürworter und Gegner

Es gab überwiegend Gegner der Neuen Frau und meist waren es nur Männer, aber auch Frauen waren darunter. Einer der Gegner der neuen Frau waren die Christen und Gläubigen [3], da die neue Frau dem Bild ihrer braven, unschuldigen Hausfrau nicht entsprach. Diese sollte stets Hausfrau bleiben, heiraten, Kinder gebären und den Haushalt schmeißen. Die Natur gab die Hausfrauenrolle an, die auch eingehalten werden sollte und diese Rolle sollte eine vollkommene Hingabe voraussetzten. Die Fabrikarbeit, die in den Augen der Gläubigen als Zwang angesehen wird, wird in ihren Augen als Tötung des Hausfrauentums bezeichnet, da sie die Frauen lähmen und den Hausfrauentum anschließend sogar "töten" solle. Frauen wurden als das schwächere Geschlecht angesehen und Männer waren deswegen an der Macht, sei es als Chef auf der Arbeit oder in der Politik. Die Männer gaben das Wort an und die Frauen bekamen eine bis zu dreimal niedrigere Bezahlung als Männer. Männer wollten nicht von ihren hohen Posten abgeworfen werden und waren deshalb vor Angst gegen diese Frauenbewegung. [4]

Viele politisch [5] eingestellten Menschen, überwiegend Männer, sahen diese Frauenbewegung, als einen Niedergang der Frau an und waren strikt dagegen. Frauen gehen jetzt viel offener mit ihren Reizen und ihrer Sexualität um, dadurch verliert sie in ihren Augen die Ehre und "Frau" ist nicht mehr "Frau". Hauptsächlich kämpften Frauen für Frauen, sie hielten als eine Allianz zusammen um ihren Gegnern zu trotzen und um ein Zeichen zu setzten. Sie wollten nicht mehr dieses Hausfrauen-Bild mit sich herumtragen und es von ihren Schultern werfen. Doch war auch eine geringe Anzahl an Frauen gegen die Frauenbewegung, Meist waren diese in ihrem Idealbild festgefahren und waren nicht offen für Neues, beziehungsweise wollten das Risiko nicht auf sich nehmen. Oder Frauen in ärmeren Gebieten die meist nicht die Möglichkeit für all das hatten, zum Beispiel die Schminke oder Abends auszugehen. [6]


Waren die Goldenen Zwanziger wirklich so golden für jeden?

Was einst als vulgär angesehen wurde, ist von nun an eine neue Form der neu gelebten Weiblichkeit. Doch zieht man daraus, das die Goldenen Zwanziger nicht golden für alle Frauen waren. Trotz all dem, dass die Frauen jetzt ein komplett neues Bild von sich in der Öffentlichkeit vermittelten, wurden sie vor allem von ihren Gegnern wurden sie nicht besser behandelt oder respektiert. Das merkt man vor allem am Arbeitsleben [7] der Frauen, viele von ihnen hatten zu lange Arbeitszeiten, die letztlich unbezahlt blieben, mussten sexuelle Übergriffe über sich ergehen lassen und arbeiteten unter schwierigen Arbeitsbedingungen. All diese Aspekte prägten die Arbeitsbedingungen einer Frau in den Goldenen Zwanziger. Meist war eine Arbeitsstelle nicht auf Dauer, im Falle, dass ihr Lebensgefährte berufstätig war oder Frauen uneheliche Kinder bekamen, folgte meist eine Entlassung.

Doch trotzdem schöpften viele Frauen von dieser Situation Mut und Kraft um sich nicht unterkriegen zu lassen und um dann frei leben zu können. Frauen aus vielen Orten kamen extra in die Stadt um sich dort ein neues Leben aufzubauen, doch viele scheiterten, meist schafften sie es nur aus Glück oder weil sie wohlhabend waren. Der Sprung in ein neues Leben war also nicht für alle möglich.


Die Veränderung der neuen Frau in den Goldenen Zwanzigern in heutiger Sicht

Aus heutiger Sicht muss man im Großem und Ganzen sagen dass die Situation sich um einiges gebessert hat im Vergleich zu damals. Doch kann man sehen, dass Frauen heutzutage dennoch unterbezahlt [8] sind, aber sich die Arbeitsumstände um einen Meilenstein gebessert haben. Man kann es auch in der Politik und der Arbeit sehen, das in bestimmten Posten Frauen noch unterbesetzt sind. Frauen heutzutage haben mehr Rechte und sind großenteils gleichwertig gegenüber Männern. Viele, darunter auch Männer, setzten sich in Form von Feminismus dafür ein, dass beide Geschlechter gleich viel Wert haben und bekannte Leute in Sozialen Netzwerken, aber auch im Fernseher erheben ihre Stimme gegen die Unterdrückung der Frauen . Die Rate der Aufklärung durch Medien war damals jedoch nur sehr gering vorhanden. Das lag zum einen daran, dass in den Zwanzigern diese neue Stellung der Frau noch sehr misstrauisch hinterfragt wurde, vor allem von den Gegnern dieser. Damals wollte man nun mal das Bild der braven Hausfrau vermitteln, und es gab -im Gegensatz zu heute- wenig berühmte Vorbilder, die dagegen ankämpften. Frauen waren damals zum größten Teil -auch rechtlich- an ihren Vormund (der meist ihr Vater oder Ehemann war) gebunden. Frauen haben heute generell mehr Möglichkeiten sich frei auszudrücken und zu präsentieren.


Einzelnachweise

  1. https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/alltagsleben/neue-frau
  2. http://www.kubiss.org/hkk-20er-jahre/frau.html
  3. von Reeken,Dietmar: Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft in Zeiten des Umbruchs, Berlin 2016, S. 104f.
  4. Quellenangabe
  5. Geschichte und Geschehen Bd. 4, Stuttgart 1997, S. 65.
  6. von Reeken,Dietmar (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft in Zeiten des Umbruchs, Berlin 2016, S. 107.
  7. http://www.grin.com/de/e-book/99992/berufstaetige-frauen-in-den-goldenen-zwanzigern
  8. https://arbeits-abc.de/angst-vor-der-gehaltsverhandlung/