Film und Kino

Aus Die Goldenen Zwanziger Wiki
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Film und Kino spielen in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Doch dies entwickelte sich bereits in den frühen 1920 Jahren, den "Goldene Zwanziger". Doch waren die Goldenen Zwanziger hierbei golden für jeden?


Einfluss Hollywoods

In der Weimarer Republik entwickelte sich die Universum Film AG (UFA). Dies war nach Hollywood das zweitgrößte Filmimperium der Welt, in welchen die Produktionsstätten, Verleihorganisationen und Lichtspielhäuser verflochten wurden. Hollywood prägte die deutsche Film- und Kinoindustrie. Es war neben dem Theater eine weitere Unterhaltungsmöglichkeit für die Bevölkerung, jedoch sind die Filme und Kinos moderner. Kritiker sind der Meinung, dass Deutschland seine "Kultur" verlor. Hollywood beeinflusst die ganze Welt und somit auch Deutschland, dennoch sind einige der Meinung, dass Deutschland nicht so weit mit der Modernisierung der Filmindustrie ist, wie Hollywood und das genau dieser Charme den deutschen Kinos fehlt. Auch heute noch ist Deutschland von den amerikanischen Filmen inspiriert. Die Hollywood Filme werden mittlerweile ebenso in Deutschland ausgestrahlt, weswegen es weniger Kritiker gibt. [1] [2]


Filmgenre

Ebenso wie im Theater gibt es viele verschiedene Arten, auch genannt Genre, in den Filmen der Kinos. Von Dramen, bis hin zu Science-Fiction gab es jegliche Auswahl von Filmen, die jeden Geschmack treffen konnten. Trotz der verschiedenen Auswahl hatten nahezu alle Filme eines gemeinsam: Die Filme verfolgten eine sozialkritische Zielrichtung. Filme, die Detektive und Kriminelle enthalten, wird von einigen als stumpfsinnig angesehen. Vor dem eigentlichen Film lief auch die Wochenshow, was heute anders ist, denn vor dem Film werden Werbungen gezeigt. Die Vielfalt der Filme hat sich heute extrem erweitert. Dokumentationen, Liebesfilme, Action, Horror, Krimis und Science-Fiction sind heutzutage besonders beliebt. [3]

Publikum

Filme und Kinos wurden bei der Bevölkerung immer beliebter. Die Anzahl der Kinos wuchs schnell an und zwischen 1918-1930 stieg die Anzahl der Kinos von 2300 bis 5000 Kinos an. Deutschland hatte die meisten Kinos in Europa. Es gingen so viele Leute ins Kino, dass die deutschen Kinos einen Massenpublikum erreichten. Ab 1925 wurden täglich knapp 2 Millionen Kinokarten verkauft. Die Leute gingen ins Kino, um sich zu vergnügen, weswegen das Publikum hierbei eine unterhaltende Geschichte erwartete, zumal die Zuschauer hohe Erwartungen vom Kino hatten, denn es machte dem Theater Konkurrenz. Die Zuschauer waren fasziniert davon, dass schöne junge Damen und charmante Männer auf einer Leinwand neue Abenteuer erlebten und aufregende Schicksale durchlebten. Mehrere Millionen von Menschen schauten sich die Filme mehrmals an, da sie ihren Angebeteten nahe sein wollten. Die Filmwelt wurde von manchen jedoch sehr ernst genommen. Als der 31 jährige Stummfilmstar Rudolf Valentino am 23. August 1927 starb, nahmen sich einige Verehrerinnen das Leben. Das liegt daran, dass viele Zuschauer eine intime Bindung zu manchen Filmstars aufbauten. Die Hälfte der Bevölkerung der meisten europäischen Länder gingen wöchentlich ins Kino. Mittlerweile werden die Kinos von den meisten nicht mindestens einmal in der Woche besucht. [4]


Aufführung Lokalitäten

Kinos gab es in verschiedensten Klassen. Genau dies machte das deutsche Kino so massentauglich. Es gab zum Beispiel Kammerlichtspiele im Kinopalast ,,Haus Vaterland" mitten in der Stadt für eher wohlhabende Menschen. Die Gebäude waren sehr anziehend, denn unzählige Lichter und auffällige Schriften ließen das Kino sehr einladend aussehen. Die Kinos für wohlhabende waren riesig. Auch von weiter Entfernung konnte man sie sehen. Doch es gab auch Hinterhofkinos für ärmere Menschen. Diese waren an Straßen zu sehen, wo nur wenige Menschen unterwegs waren. Zwischen vielen kleinen Shops waren diese Kinos sehr unauffällig. Die Kinos waren klein und wirkten uninteressant. Trotz dessen gab es genug zwischenliegende Lichtspielhäuser für die verschiedensten Personen, diese sahen von außen neutral aus und waren außerdem nicht sehr teuer. [5]

Stummfilm

Stummfilme sind Filme mit dazu live gespielter Musik in schwarz-weiß. Diese gab es schon vor dem ersten Weltkrieg, doch sie wurden in der Weimarer Republik noch beliebter. Regisseure mit guten Umgang mit Licht und Schatten waren hierbei gefragt. Es begeisterte die Menschen, dass man mit expressionistischen Hell-Dunkel-Effekten, der Gestik, Mimik, den Bewegungen und mit romantischen-illusionistischen Stilmitteln, die Emotionen der Schauspieler so gut dargestellt wurden. So wurden auch ohne Text die Gefühle perfekt ausgedrückt. Stummfilme waren sehr vorteilhaft, denn sie waren international verständlich und einsetzbar. Filme wie "Nosferatu" und "Faust" von Friedrich Wilhelm Murnaus waren große Erfolge der Stummfilmindustrie. 1927 wurden die Tonfilme eingeführt, die die ganze Filmindustrie modernisierten. Etliche Stummfilm Regisseure, Musiker und Arbeiter wurden Jahre danach arbeitslos. [6]


Tonfilm

Die größte Innovation der Filmgeschichte ist der Tonfilm. Am 06. Oktober 1922 kam der erste Tonfilm "Der Jazzsänger" von Alan Crosland in die amerikanischen Kinos. Die Geschichte des Films war für das Publikum irrelevant. Der Film beschreibt eine rührende Familiengeschichte. Die Zuschauer fanden es mitreißen, dass die Schauspieler sprachen. 1927 wurden die Tonfilme eingeführt. Der Nachteil war, dass diese nicht international verwendet werden konnten. Somit konnten die Hollywood Filme nicht die deutschen Kinos erreichen. 1930 wurde der Tonfilm bekannter und etablierte sich auch in den deutschen Kinos. Die Anzahl war anfangs gering, jedoch stieg sie in Laufe der Jahre an. Alle Spielfilme wurden 1932 zu Tonfilmen hergestellt. Derzeit stehen Stummfilme im Schatten und es werden fast nur Tonfilme produziert. Die amerikanischen Filme werden meistens ins Deutsche synchronisiert oder es werden Untertitel hinzugefügt. [7]


Filmproduktion

Als der Film 1919 in Deutschland anfing eine immer größer werdende Rolle zu spielen, wollten immer mehr Leute an diesem Gewinn teilhaben. So kam es, dass rund 500 Filme von über 200 Produktionsfirmen gedreht wurden. Die Produktionsfirmen waren mal mehr, mal weniger groß, aber die, die in diesem Bereich Erfolg hatten, wie zum Beispiel die Fery-Film GmbH, machten genau in diesen Jahren einen sehr großen Gewinn. Filmproduktionsfirmen gab es genüngend, dennoch versuchten immer mehr ihr Glück und spezialisierten sich auf bestimmte Themengebiete. Ein Beispiel dazu wäre der „Martin Dentler-Film“. Diese widmeten sich dem Vertrieb von Spielfilm. Doch durch zahlreiche Problemstellungen fusionierten sich einige Produktionsfirmen, um nicht komplett zu verschwinden. [8]

Fritz Lang

Durch die Etablierung der Film- und Kinoindustrie entstanden erneut viele neue Möglichkeiten für einzelne Personen. Neue Berufe, wie die Schauspielerei, Drehbuchautoren und Filmregisseure brachten auch noch Filme heraus, die in der heutigen Zeit als Meisterwerke gelten. Ein Beispiel hierzu wäre der berühmte Filmregisseur Fritz Lang. Dieser Spezialisierte sich zwar auf die Regie, allerdings war er auch als Drehbuchautor und als Schauspieler tätig. Er wurde am fünftem Dezember 1890 in Wien geboren. Nach Abschluss der Realschule entschied sich, aufgrund des Wunsches seines Vaters, 1907 ein Bauingenieurstudium auf der Technischen Hochschule in Wien zu beginnen. Er wechselte allerdings bereits 1908 zur Wiener Akademie der Graphischen Künste und war zu dieser Zeit als Kabarettist tätig. Ab 1910 fing Fritz Lang an, viel zu reisen. Er bereiste viele Mittelmeerländer, wie auch Afrika. In der Kunstgewerbschule Münchens studierte Fritz Lang 1911, doch er entschied sich bereits nach kurzer Zeit, weiter zureisen. Den Zugang des Films erhielt Fritz lang durch den Maler Maurice Denis (1870 - 1943) in Frankreich. Doch die Ausbildung wurde bereits 1914 gestoppt, da Fritz Lang nach Berlin zurückgekehrte, um sich als Kriegsfreiwilliger zu melden. Durch die Verletzungen, die er in dem Krieg erlitten hatte, wurde ihm 1916 ein Genesungsurlaub erlassen. In dieser Zeit traf er viele Filmleute und begann, als Drehbuchautor zu arbeiten. 1917 war Fritz Lang wieder für die Kriegsfront bereit und kehrte zu dieser zurück. Doch bereits 1918 wurde er als komplett kriegsuntauglich identifiziert. In diesem Jahr zog Fritz Lang nach Berlin, um Dramaturg zu werden. Ebenso arbeitet er zum ersten Mal als Regisseur. In dem darauffolgendem Jahr war sein Regie-Debüt mit dem Film „Halbblut“. Dieser kam gut an und so wurde ihm direkt das Drehbuch des Films „Die Spinne“ anvertraut. Ab 1921 - 1929 brachte er ein paar der bedeutendsten Stummfilme der expressionistischen Zeit heraus. Darunter zählen zum Beispiel „Der müde Tod“. Dieser etablierte Fritz Lang in der weltweiten Filmindustrie. Mit der Heirat der Schriftstellerin Thea von Harbou fingen diese beiden 1922 an gemeinsame Drehbücher zu schreiben. 1927 brachte Fritz Lang den Film „Metropolis“ auf den Markt. Damals schuf er einen sehr gewaltigen Baustein in Science-fiction Genres. „Eine Stadt sucht einen Mörder“ war sein allererster Tonfilm und fing an, die neuen Sachlichkeiten zu behandeln. 1933 haben sich Fritz Lang und seine Frau geschieden. Zudem wollte ihm das NS-Regiment einstellen, was er jedoch ablehnte. Er zog nach Hollywood. Dort wurde er durch den Film „Lilion“ unter Vertrag genommen. In dieser Hollywood Zeit brachte Fritz Lang 22 Filme heraus. Die amerikanische Staatsbürgerschaft bekam dieser bereits im Jahre 1935. Er ist 1936 sogar ein Mitbegründer der „Anti Nazi League“. In dem Zeitraum zwischen 1956 und 1960 entschied sich Fritz Lang, nach Deutschland zu gehen. Den Bundesfilmpreis erhielt er zusätzlich noch 1963. Er starb am 2 August 1976 in los Angeles. [9]


Goldene Zwanziger - Golden für jeden?

Die Goldenen Zwanziger umfassten die Jahre 1923-1929. Die Menschen hofften, sich während der Zeit von Krieg und Chaos erholen und wieder Stabilität, Hoffnung und Perspektive in ihr Leben einbringen zu können. Es veränderte sich vieles in der Kunst, Politik, Sport, Mode und Musik. Es wurde versucht, politische Entscheidungen demokratisch zu treffen, die nicht nur die Männer betreffen sollten, sondern auch Frauen. Besonders gegen die Veränderung waren die Rechtsradikalen und Leute die sich an die alte Politik und Lebensordnung gewohnt waren. Die Filme und Kinos modernisierten sich sehr. Die Goldenen Zwanziger gaben vielen eine neue Zukunft, veränderte aber auch manche Leben negativ. Besonders in der Kinobranche wurden viele Musiker und Arbeiter arbeitslos, womit sie starke Geldverluste machten. Viele lebten in Armut. Andererseits hatten viele Schreiber oder Schauspieler, die mit ihrer Stimme und Redensart andere überzeugen konnten, die Möglichkeit, eine Karriere aufzubauen. Vor allem waren für die Frauen die Goldenen Zwanziger ein großer Fortschritt. Sie konnten sich vor der Kamera präsentieren, ohne verurteilt zu werden oder die Konsequenzen tragen zu müssen. Die Goldenen Zwanziger betrafen nicht alle. Doch für die Konsumenten ergaben sich viele Möglichkeiten, da das Kino für alle Gesellschaftsschichten erreichbar war. (Siehe oben) [10]

Einzelnachweise