Musik

Aus Die Goldenen Zwanziger Wiki
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Die Musik hat sich in den Goldenen Zwanzigern rapide verändert. Exotische und ausländische Musikarten, wie zum Beispiel "Jazz", hatten auf einmal einen massiven Durchbruch.

Jazz

"Jazz" ist ein von der farbigen Bevölkerung Nordamerikas entwickelter Musikstil, bei dem man gut improvisieren kann. "Jazzmusik" hatte in den Golden Zwanzigern seinen Durchbruch. Es gab aber auch Kritik dagegen. Bezeichnungen, wie zum Beispiel „Negermusik“ oder „undeutsch“, waren vertreten. Vor allem rechtsradikale Deutsche lehnten sich gegen ausländische Musik auf. Stark erotische Teile der "Jazzmusik" mussten zensiert werden. Die musikalische Empfindung von Deutschen wurde durch den fremdartigen Charakters und seiner scharfen Synkopen verletzt. Die betroffenen Gesellschaftsschichten waren meist die unter Mittelklasse, die mit der Mode ging und „aktuell“ sein wollte oder etwas „speziell“ wirken wollte. Eine Umfrage ergab dennoch, dass weniger als die Hälfte der Befragten den "Jazz" bejahten, vor allem 30-jährige verneinten den "Jazz". Sie konnten nicht mit den neuen Trends umgehen, da sie mit sentimentalen Opernliedern aufgewachsen sind. Politisch gesehen antworteten Kommunisten, im Vergleich zu Sozialdemokraten und Bürgerlichen, eher positiv. Trotz der Ablehnung ihrer Partei ist der Prozentsatz der Nationalsozialisten, die "Jazz" mochten, nahezu so groß wie jener der Kommunisten.[1] In den Zwanziger Jahren gab es sehr viele "Jazzpioniere" in Deutschland. Einer der bekanntesten davon war wahrscheinlich Erik Borchard. Durch seine amerikanischen Beziehungen kam er zu Schallplatten und Noten die ihn frühzeitig für den "Jazz" öffneten.[2] Songs wie "Ein Freund, ein guter Freund" oder "Veronika, der Lenz ist da" waren damals Klassiker, wie heute zum Beispiel "Shape of you" von Ed Sheeran.[3]

Hörbeispiel: Sam Wooding und die Choclate Kidies mit "Bull Foot Stomp", 1929 in Barcelona: [1]

Schlager

"Schlager" sind Musikstücke mit eingänginer Melodie und einfachem Text.[4] Laut einer Aussage von Adolf Stein schlagen die Lieder "blitzartig" ein, wie man ihrem Namen auch entnehmen kann. "Es ist erst ein richtiger Schlager, wenn sich die Musik feurig mit Windseile verbreitet" meint Adolf Stein. Selbst Politiker summen "ihn" auf dem Weg zur Arbeit. "Schlager" führten also zu starken Ohrwürmern. Von Hausfrauen bis zu Politikern waren "Schlager" überall vertreten.[5] "Schlager" waren eine komplette Sensation in den Zwanzigern. In den "Goldenen Zwanzigern" veränderten sich die "Schlager" rapide. Sie enthielten für "Schlager" sehr ungewöhnliche Titel, wie zum Beispiel "Wer hat bloß den Käse zum Bahnhof gerollt?" oder "Mein Papagei frisst keine harten Eier", auch "Du Bist als Kind zu Heiß Gebadet worden". Aber in den Zwanzigern gab es nicht nur verrückte Schlager. Die Texte waren mitunter ganz aufdringlich, zum Beispiel: "Fräulein, wolln Sie nicht ein Kind von mir?", "Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt", "Wenn ich Liebe brauche, dann geh ich zur Pauline". Dies sind alles Titel, die die etwas freizügigere Moral zum Ausdruck bringen, die damals vor allem im Nachtleben herrschte. "Schlager" wurden erstmals in mehreren Versionen veröffentlicht, vergleichbar mit dem heutigen "Remix" von berühmten Liedern.[6] Die Schlager hasste niemand wirklich, aber sie waren nicht jedermanns Geschmack. Es gab aber keine größeren Proteste wie zum Beispiel beim "Jazz". (siehe oben)

Hörbeispiel: Lilian Harvey sang in dem Film "Der Kongress tanzt" von 1931 das Lied "Das gibt´s nur einmal, das kommt nicht wieder": [2]

Schallplatten

Eine "Schallplatte" ist in der Regel eine kreisförmige und meistens schwarze Scheibe mit einem Mittelloch, deren beidseitige Rillen als analoge Tonträger für Schallsignale dienen. Signale sind in einer vom Rand der Platte zum Mittelpunkt verlaufenden, spiralförmigen Rille gespeichert.[7] In den "Goldenen Zwanzigern" wurde das sogenannte Lichttonverfahren entwickelt welches erstmals das Schneiden und Nachbearbeiten von Tonaufnahmen ermöglichte. Ausßerdem kamen erste elektrische "Plattenspieler" auf den Markt. Musik abzuspielen war nun ein müheloses Delikt. Überall, wo es einen "Plattenspieler" gab, konnte Musik zum Leben erweckt werden.[8] "Schallplatten" waren für jedermann erhältlich, genau so wie ihre sogenannten "Plattenspieler".

Zwölftonmusik (Schönberg)

Die "Zwölftonmusik" beschreibt eine Liedart, in der Zwölf Töne verwendet werden müssen, bis sie sich wiederholen können.[9] "Zwölftonmusik" war etwas ganz Neues in den "Goldenen Zwanzigern" und wurde von Wiener Komponisten um Arnold Schönberg in den Jahren um 1920 entwickelt.[10] „Diese Methode besteht aus der ständigen und ausschließlichen Verwendung einer Reihe von zwölf verschiedenen Tönen. Das bedeutet natürlich, dass kein Ton innerhalb der Serie wiederholt wird und dass sie alle zwölf Töne der chromatischen Skala benutzt, obwohl in anderer Reihenfolge.“ (Ein Zitat Schönebergs)[11] Die "Zwölftonmusik" ist sehr kompliziert, Dur und Moll sind nicht mehr existent, stattdessen ist jeder Ton gleichberechtigt. Bei einer aufsteigenden Tonleiter werden die Noten mit einem Kreuz markiert, bei der absteigenden Tonleiter mit einem "b". Der "Zwölfton-Komponist" verwendet in einer Grundreihe (12 Töne) jeden Ton nur einmal. Diese "Reihe" kann auch rückwärts gespielt werden, dies wird dann "Krebs" genannt. Diese "Krebs" kann natürlich auch umgekehrt werden. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten ein "Zwölftonlied" zu komponieren, ob sich das gut anhört, ist jedoch umstritten. Schönberg begründet die "schräge" Klangweise der Zwölftonmusik mit der Aussage: "Vorschriften verhinderten, dass sich ein Komponist in die Tradition zurück verirrt", was das Zeitalter der "Goldenen Zwanziger" noch einmal unterstricht.[12] "Zwölftonmusik" war dementsprechend nur etwas für "ganz besondere" Hörer.

Hörbeispiel: Auszug aus Suite op. 25 von Arnold Schönberg [3]

Kritik

Die "Goldenen Zwanziger" waren nicht "golden" für jeden, es gab eine hohe Rate an Arbeitslosigkeit und schlechte Wohn- und Arbeitsbedingungen, außerdem gab es auch viele Krankheiten und viel Hungersnot.[13] Dennoch waren in der musikalischen Richtung die "Goldenen Zwanziger" "golden" für so ziemlich jeden, denn jeder hatte etwas von den neuen Technologien, wie zum Beispiel "Schallplatten", oder den neuen exotischen Musikarten, wie zum Beispiel "Jazz". Die einzigen, für die die "Goldenen Zwanziger" im Thema Musik nicht positiv waren, waren deutsche Bürger, die ausländische Musik nicht duldeten (Rechtsradikale).

Beurteilung

Aus heutiger Sicht haben die "Goldene Zwanziger" immer noch großen Einfluss auf uns. Viele Musiktechniken werden heute noch angewendet oder basieren auf den in den "Goldenen Zwanzigern" entwickelten Techniken. Zum Beispiel die "Blu-Ray", ein kreisförmiger Datenträger, welcher wie die "Schallplatte" einen Leser benötigt und "gedreht" werden muss, um ausgelesen zu werden. "Jazzkonzerte" werden heute noch gegeben, außerdem hat "Jazz" sich in viele verschiedene Richtungen entwickelt, zum Beispiel "Free Funk" oder "Punk". Durch Künstler wie zum Beispiel "Helene Fischer" oder "Linda Hesse" wurden die Schlager im Gegensatz zu den Goldenen Zwanzigern auch der jüngeren, "neueren" Generation näher gebracht. Die "Zwölftonmusik" ist die einzige "Kunst", welche heute in keiner Art und Weise mehr existiert.

Bewertung

Aus heutiger Sicht kann man aus den "Goldenen Zwanzigern" im Thema Musik viel übernehmen, da die Neuheiten aus dieser Zeit, die es im Kaiserreich noch nicht gab, auch heute noch in verbesserter Form vielseitig zu finden sind.

Einzelnachweise